In den Bergen werden zunehmend Grossprojekte für die Beherbergung und Unterhaltung von Touristen lanciert. Sie wecken Hoffnungen und gelten in Randregionen oft als einzige Überlebenschance. Das Tourismusresort Andermatt (UR) ist nur eines dieser Projekte – wenn auch das grösste –, gesamthaft sind es über 50 in den Schweizer Alpen. Gravierende Umwälzungen für ihr Umfeld bringen sie alle.

Ist das Resort-Konzept eine Antwort auf den ausufernden Zweitwohnungs­bau? Ein Resort kann wohl mehr Wertschöpfung bringen, aber auch Landschaft und Dorfbild bedrängen, so lautet der Schluss einer Studie im Auftrag des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE). Philippe Biéler, Präsident des Schweizer Heimatschutzes, weist auf die riesige Problematik des Zweitwohnungsbaus hin, "einzig die Lex Koller vermöge diesen zu bremsen". Auswege sieht er in der Kontingentierung des Zweitwoh­nungsbaus und einer Kurtaxe, die für Nicht-Aufenthalt zu bezahlen wäre.  

Heimatschutz fordert sorgfältige Standortwahl und Architektur
Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war die Diskussion um die Architektur der Grossprojekte. So fordert der Schweizer Heimatschutz in einem Positionspapier deutlich eine sorgfältigere Wahl des Standorts und mehr Respekt bei der baulichen Gestaltung. Der Architekt und ETH-Professor Miroslav Šik zeigte denn auch auf, nach welchen Prinzipien er das Zentrum des Tourismusresorts Andermatt entwarf. Was es aus den Mega-Projekten der 1960er und 1970er Jahre in Frankreich zu lernen gilt, erörtere der Genfer Architekt  Philippe Meier.

Für den langjährigen Direktor, der Savognin Bergbahnen, Leo Jeker bringen diese Grossprojekte hingegen neue Impulse und Wachstum in den Tourismusregionen. Ähnlich argumentierten die Vertreter der holländischen Betreibergesellschaft Landal GreenParks. Dem entgegen trat Giovanni Danielli vom Institut für Tourismuswirtschaft Luzern. Die "hektische Forcierung der Resorts" mute an wie "eine Flucht nach vorn" und vernach­lässige die wahren Probleme.

Als Abschluss und Ausblick zugleich stellten Mountain Wilderness und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) ihre Methode des landschaftlichen Fussabdrucks vor. Damit kann die Landschaftsverträglichkeit der Resort­projekte geprüft werden: Eine Konsequenz, die auch der Schweizer Heimatschutz bei zukünftigen touristischen Grossprojekten einfordern wird.  

Rückfragen:
Schweizer Heimatschutz, Karin Artho, Tel. 044 254 57 00

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